„Lebenshilfe – Das Ende der Warteliste?“ – Artikel in der Lampertheimer Zeitung

Von Oliver Lohmann

Kreis Bergstraße erhöht Budget für Frühförderstelle

Ein Stück Papier, das bares Geld wert ist: Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf (links) überreicht Susanne Bürkelbach (Leiterin der Frühförderstelle) und Lebenshilfe-Vorsitzendem Günther Baus den Änderungsvertrag. Foto: AfP Asel

LAMPERTHEIM – Solch ein Besuch ist immer willkommen: Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf besichtigte am Donnerstagnachmittag die Kindertagesstätte Schwalbennest samt Garten und die benachbarte Frühförderstelle der Lebenshilfe Lampertheim und Ried. Und mit im Gepäck hatte er einen Änderungsvertrag, der der Frühförderungs- und Beratungsstelle in der Saarstraße einen deutlich höheren Jahreszuschuss verspricht.

An die Frühförderstelle können sich Eltern wenden, deren Kinder Auffälligkeiten in ihrer Entwicklung aufweisen, die von Behinderung bedroht oder behindert sind. Frühförderung kann von der Geburt an bis spätestens zur Einschulung angeboten werden. „Ziel der pädagogischen Frühförderung und Beratung ist es, die Fähigkeiten der von uns begleiteten Kinder, zur Entfaltung und Differenzierung zu bringen, um ihre Handlungs- und Kommunikationsmöglichkeiten zu fördern“, so die Lebenshilfe.

In den letzten Jahren allerdings wurde die Warteliste wegen des fehlenden Personals immer länger. Manche Kinder mussten bis zu einem Jahr warten, bis sie ihre Förderung erhielten. Doch ab 1. Januar nächsten Jahres wird sich die Situation bessern. Denn der Kreis Bergstraße erhöht seinen jährlichen Beitrag um knapp 78000 auf rund 366000 Euro.

Damit wird die Personalkapazität der Frühförderung von 4,5 auf fünf Vollzeitstellen erhöht. Zum zweiten wird die Leitungsstelle von 50 auf 85 Prozent heraufgesetzt. Der Grund: Die Koordinierungsaufgaben in den Bereichen Frühförderung, Therapie und Kindergartenfachberatung haben zugenommen. Außerdem muss das Projekt „Lebenshilfe Lampertheim inklusiv“ betreut werden. Zum dritten wird die Finanzierungspauschale des Kreises erhöht, womit gestiegene Personal- und Energiekosten aufgefangen werden können. „Erstmals seit fünf Jahren gibt es mehr Geld“, sagte ein erfreuter Lebenshilfe-Vorsitzender Günther Baus. Leider bleibe dennoch ein Defizit der Frühförder- und Beratungsstelle, das die Lebenshilfe begleichen müsse.

„Eine lange Warteliste darf nicht sein, und auch die Leitungsaufgaben der Frühförderstelle müssen vernünftig gemacht werden können“, befand Kreisbeigeordneter Schimpf. Erfreulich fand er die räumliche Nähe von Kita und Frühförderstelle in Kombination mit einem Freigelände. Das seien gute Voraussetzungen für die inklusive Arbeit der Lebenshilfe. Und das damit verbundene gemeinsame Aufwachsen von Kindern „mit und ohne Handicap“ könne dazu führen, dass Verschiedenheit künftig als „normal angesehen“ werde. Allerdings dürfe bei der Inklusion niemand überfordert werden.


Quelle: Lampertheimer Zeitung vom 17. Oktober 2014

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